Wasserburg Ollendorf

An der Via Regia


arboretum am 23.Apr 18  |  Permalink
Durch Ihr Foto neugierig geworden, suchte ich nach der Wasserburg und las, dass im Erfurter im Stadtarchiv bis 1664 Belege über den Kauf von Fröschen vorliegen, "meist beim Froschkramer von Zimmern. Im Durchschnitt mussten 400 Schock Frösche pro Jahr verfüttert werden. Auch Schnecken und Treber wurden als Futter verwendet."

Es gab einmal den Beruf des Froschkramers! Vom Froschhändler in Zimmern bis zur Wasserburg mussten die Frösche aber ein ganz schönes Stück zurücklegen. Ein Schock, so lernte ich eben, waren fünf Dutzend, also 60 Frösche - in einem Jahr ließen also 24.000 Frösche ihr Leben für die Fischzucht. Der Froschkramer, der 1619 die Frösche verkaufte, hieß übrigens Claus König. Wie passend.

stefanh am 23.Apr 18  |  Permalink
Welche spannende Details...
Danke für die Hinweise!

arboretum am 23.Apr 18  |  Permalink
Ich danke für die Anregung.

Laut Wikipedia wird die Wasserburg seit 1997 durch den Arbeitskreis Denkmalpflege e.V. betreut und in enger Zusammenarbeit mit dem Verein Offene Häuser soll in den rekonstruierten Räumen eine Pilger- und Wanderherberge eröffnet werden und die Gesamtanlage zugleich zu einem kulturellen Zentrum für die Bevölkerung der Umgebung werden. Doch leider fand ich auf der Homepage von Offene Häuser überhaupt nichts dazu. Schade.

arboretum am 24.Apr 18  |  Permalink
Nachtrag zum Froschhändler
In Wien gab es auch welche, in den "Kleinen Wiener Memoiren" sind unter der Überschrift "Welch curiose Gewerbe noch im J. 1729" sowohl ein Krebsen-Zähler, ein Froschhändler und ein Froschfänger aufgeführt, es waren alles Hausbesitzer. In dem Werk "Nachricht von einer beträchtlichen Sammlung thierischer Eingeweidewürmer" wiederum steht, dass in Wien das ganze Jahr Frösche zu haben waren und mit einem Froschhändler ein Vertrag geschlossen wurde, "gegen einige Vergütung wöchentlich eine Partie Frösche in das Kabinett abzuliefern, die er nach vorgenommener Untersuchung wieder zurückerhielt."

Auch in München, besser gesagt in der Vorstadt Au, aus der Karl Valenthin stammt, gab es Froschhändler - und Ameisenlieferanten!

arboretum am 24.Apr 18  |  Permalink
Den Beruf des Froschhändlers gab es auch in China und es gibt ihn wohl noch auf Madagaskar